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Im Archiv finden Sie sämtliche alten Blog-Einträge und Rennberichte sowie die Ranglisten der einzelnen Derbys.

Seifenkisten-Blog-Archiv

2. Seifenkisten-Derby Hüntwangen

Zuviel des Guten, ein Dreher.

Das Seifenkistenrennen in Hüntwangen wurde vor zwei Jahren zum ersten Mal durchgeführt. Schon damals sorgte die enge Wendekurve, die »Festbeiz-Kurve« für kontroverse Diskussionen. Von Fahrern verflucht, von Zuschauern geschätzt und von den Betreuern und Coaches als Punkt der Entscheidung gefürchtet. Auch in der zweiten Ausgabe war diese Kurve entscheidend für das Schlussresultat.

Schon im ersten Lauf drehten sich Anfänger und Topfahrer gleich reihenweise. Das Gemeine an dieser Kurve ist ihr Gefälle. Abfallend geht es in die Kurve hinein und läuft topfeben hinaus. Der Kurve folgten eine leichte Steigung und eine »Schwelle« zur Temporeduktion von Automobilen. Wer also in der Kurve stehen blieb, hatte verloren. Um die Kurve zu meistern, bedurfte es einem zackigen Bremsmanöver vor der Kurve. Viele Fahrer lassen das Tempo lieber stehen, als das sie auf die Bremse treten würden. Hier definitiv ein Fehler.

Marc fuhr den ersten Lauf bedacht, meisterte allerdings die schwierige Kurve perfekt. Im zweiten Lauf setzte er noch einen drauf, verbesserte seine Zeit markant und machte sich Hoffnungen auf eine gute Platzierung. Leider fuhren auch die anderen besser. Der dritte Lauf sollte die Entscheidung bringen und Marc griff voll an. In den oberen Schikanen verbesserte er seine Durchfahrtszeiten markant. Doch die bisher perfekt gefahrene »Festbeizen-Kurve« spielte nicht mit. Er wollte zu viel und fuhr mit zu hohem Tempo hinein. Das Resultat war ein Dreher und eine schlechte Platzierung.

Schade, aber so ist es im Seifenkistenrennsport.

2014-09-01 07:44 von Gregor A. Ambühl


39. Seifenkistenrennen im Schwenidbach (BE)

Am Schulhaus vorbei

Wenn Kühe am Strassenrand friedlich grasen, Ruggenbräu auf dem Tisch steht und die grössten und schwersten Leitkegel der Saison die Strecke markieren, dann gastiert der Seifenkisten-Rennzirkus im Schwendibach im Berner Oberland. Das traditionsreiche Rennen ist charmant und spannend. Es garantiert Spannung und nervenaufreibende Kämpfe um Bruchteile von Sekunden. Auch dieses Jahr. Die Spitze kämpfte um Hundertstel und die jüngeren Fahrer versuchten, die Ideallinie von den Grossen zu lernen.

Marc hatte das Pech sehr früh starten zu müssen, so konnte er keinen Vorteil aus Vorstartern ziehen. Im ersten Lauf war die Strecke zudem noch nass und rutschig, was zu einer schlechten Zeit führte. Am Nachmittag war die Strecke trocken und dementsprechend schneller. Marcs Zeiten purzelten. Eine Verbesserung von 9 Sekunden im zweiten Lauf und nochmals 5 Sekunden im dritten Lauf zeigen sein Potenzial auf dieser Strecke. Offenbar liegen Strecken dieser Art meinem Sohn. Gut zu wissen. Leider reichte es am Schluss nicht für eine Top-Platzierung, aber der Coach hat erkannt, was im Fahrer steckt. Und das muss im nächsten Rennen schon zu Beginn abgerufen werden. Sonst wird es nichts mit der Verteidigung des dritten Platzes in seinem Jahrgang.

Zu den nächsten Rennen müssen wir nicht mehr so weit fahren, die A1 zwischen Zürich und Bern bleibt uns erspart. Am Samstag steht Hüntwangen, am Sonntag Guntalingen auf dem Programm. Beides Rennen in unserem Heimatkanton Zürich und innert relativ kurzer Zeit erreichbar. Wir hoffen auf gutes Wetter und noch viel bessere Zeiten.

2014-08-25 07:35 von Gregor A. Ambühl


1. Seifenkistenrennen Reckingen / Böbikon

Haarscharf!

Das erstmalig durchgeführte Seifenkistenrennen in Reckingen war gut organisiert und bot eine interessante Streckenführung. Leider war es überhaupt nicht Marc’s Rennen und so betten wir das Tuch des Schweigens über die Resultate. Eigentlich hätte die offene Strecke, ohne mühsam zu fahrende Ecken, ohne Randsteine als Begrenzung, ideal für Marc und unsere Kiste sein sollen. Hätte ...

Den ersten Lauf fuhr er sauber und konzentriert, allerdings nicht gerade sehr schnell. Die Sommerferien und somit fünf Wochen Pause machten sich bemerkbar. Auch sind lange Gleitpassagen (flache Streckenabschnitte) nicht gerade die Domäne unserer Seifenkiste. Da gibt es besser rollende Gefährte. Doch im zweiten Lauf konnte er seine Zeit steigern und fuhr erneut fehlerfrei. Aufgrund der Fahranalyse gab es sichtbar Luft nach oben, der dritte Lauf sollte die Entscheidung bringen.

Marc fuhr angriffig und wollte eine neue persönliche Bestzeit in den Asphalt brennen doch leider wurde ihm die letzte Schikane zum Verhängnis. Ein Dreher und zwei abgeräumte »Töggel« waren die Quittung für den ungestümen Vorwärtsdrang. Aber der Wille war da, irgendwo haperte es noch in der Umsetzung.

Schlussendlich ist es egal, es ging um ein gemeinsames Erlebnis, um Spass und einen schönen Tag. Und das hatten wir. Das nächste Rennen ist schon in einer Woche. Im Schwendibach wartet die nächste Chance für Punkte im Klassement.

2014-08-18 07:54 von Gregor A. Ambühl


Schweizermeisterschaft und 50 Jahre Seifenkistenrennen in Rossau

Angela Ambühl an der Schweizermeisterschaft

Derby Rossau. Samstag, 05.07.2014

Rossau feiert 2014 das 50. Seifenkistenrennen in Folge. Grund genug, die Schweizermeisterschaft 2014 ins »Zürcher Säuliamt« zu holen und ein Wochenende lang dem Seifenkistenrennsport zu frönen. Unser Team reiste am Samstag mit zwei Fahrern (Marc und Angela) an das normale Derby in Rossau. Sozusagen ein Testlauf auf der Meisterschaftsstrecke. Die Tore und Schikanen unterscheiden sich zwar jeweils, aber Streckenlänge und Profil sind identisch.

Leider empfing uns Rossau am Samstag mit Regen. Es war kühl und goss zeitweise wie aus Kübeln. Doch während des ersten Laufes klarte es auf und blieb den Rest des Tages trocken. Die lange Strecke war eine Herausforderung für meine beiden Piloten. Die Schikanen waren eng gesteckt und wer im oberen Streckenteil zu viel Tempo verlor, konnte das Zeitmanko auf der folgenden langsameneren Passage im Mittelstück nicht mehr wettmachen. Die Wasserreservoir-Schikane forderte im Übergang zum Schlussstück ein genaues Fahren und dosiertes Bremsen. Ansonsten drohten Dreher und der Abflug in die Wiese.

Meine beiden Fahrer bekundeten sichtlich Mühe mit der Strecke. Marc verlor im oberen Teil stets viel Tempo und konnte das Manko auch mit einer fehlerfreien Fahrt nicht mehr auskorrigieren. Ich bin nicht ganz sicher, woran es genau lag, aber sicher ist, unsere Kiste war oben einfach zu langsam. Angela fuhr oben engagierter und angriffiger, was ihr Zeitvorteile verschaffte, aber die Reservoir-Schikane war der Knackpunkt für sie. Zudem bekundete sie, in ihrem zweiten Rennen überhaupt, Mühe mit Marc’s Kiste. Die Kiste ist für Angela einfach zu klein und nicht optimal von der Konstruktion.

Für Angela war es ein Test- und Übungsrennen. Und so war es nicht schlimm, dass die am Schluss des Rennens deutlich hinter Marc im Klassement platziert war. Die kontinuierliche Steigerung Marc’s, während der drei Läufe, lies Hoffnung für die Meisterschaft am Sonntag aufkommen. Doch zuerst genossen wir das »Chistefest« und legten uns Müde in der Zivilschutzanlage Hausen am Albis zur Ruhe.

Schweizermeisterschaft Rossau, 06.07.2014

Der Sonntagmorgen begrüsste uns mit strahlend blauem Himmel und schon sehr warmen Temperaturen. Die Strecke war um einiges schneller gesteckt als am Vortag. Etliche Schikanen waren entfernt worden. Das versprach ein spannendes Rennen. Und so war es auch. Während die Spitzenfahrer das Rennen unter sich ausmachten, ging es in unserem Team vor allem um die Erfahrung mit hohem Tempo.

Und da bekundeten beide Fahrer Mühe. Marc konnte sich zwar steigern, fühlte sich allerdings auf den schnellsten Teilstrecken nicht sehr wohl. Angela verpasste eine bessere Platzierung infolge von Drehern und Abflügen in den ersten beiden Läufen. Sie war sichtlich geknickt. Bei diesem Rennen zeigte sich aber deutlich, dass Angela und Marc’s Kiste nicht zusammenpassen. Sie ist zu gross für die kleine Kiste und das zeigt sich deutlich bei höherem Tempo. Bremsbalance und Gewichtsverteilung passen beim Anbremsen überhaupt nicht mehr.

Am Schluss des Tages war das Team aber zufrieden. Und jetzt sind erst mal Sommerferien. Wir sehen uns wieder, im August in Böbikon.

2014-07-07 07:53 von Gregor A. Ambühl


Podestplatz!

3. Platz am Seifenkistenderby in Salgesch VS

Nach dem vierten Platz im Rookie-Klassement in St. Moritz reichte es in Salgesch VS zum dritten Platz. Gratulation! Die weite Reise ins Wallis, an die Sprachgrenze, hat sich gelohnt. Der dritte Platz auf dieser anspruchsvollen Strecke ist verdient. Nach dem touchieren des Randsteines und Dreher im ersten Lauf konnte sich Marc weiter steigern und landete am Schluss auf dem dritten Rookie- und Rang 39 (von 54) in der Gesamtwertung.

In Salgesch fand zum ersten Mal ein Seifenkistenrennen statt. Und die Walliser gaben alles um uns Seifenkisten-Familien einen gelungenen Tag zu bieten. Fahrerlager mit Fussball- und Spielplatz, Raclette und heimischen Weisswein, Fahrertransport mit einem Pinzgauer, ein engagierter und emotionaler Speaker (einer der besten bisher) und eine ansprechende Rennstrecke mit vielen begeisterten Zuschauern. Da sieht man gerne über das grosszügige Auslegen des Zeitplanes mit Verspätungen von mehr als einer Stunde hinweg. Die unkomplizierte und stets freundliche Art der Walliser lässt das Rennen in guter Erinnerung zurück.

Die vom technischen Delegierten Urs Nägeli ausgesteckte Rennstrecke, bleibt aber ein Ärgernis. Warum Randsteine als Torpfosten herhalten müssen, entzieht sich meiner Logik. Die unschönen Unfälle und der spektakuläre Abflug von Lukas Birchler zeigen wie gefährlich diese Randsteine für Seifenkisten sind. Meiner Meinung nach wären ein paar Tore mehr oder ein Slalom, dafür genügend Distanz von den Randsteinen besser gewesen. Auch die Argumentation, »sie müssen halt mehr bremsen« zieht nicht ganz. Schliesslich sind wir als Erwachsene für die Sicherheit der Kinder verantwortlich und müssen damit rechnen, dass ein Fahrer sein Limit und das der Kiste nicht richtig einschätzen kann.

Es sollte zudem zu denken geben, wenn sogar Profis sich vor der Strecke fürchten. Zum ersten Mal überhaupt habe ich mitbekommen, dass ein Fahrer das Rennen abbricht und nicht mehr fahren will. Auch Marc fühlte sich nicht wohl und fuhr überängstlich. Den grundsätzlich ist die Strecke, zwischen den Weinbergen hinab und um die Kirche herum, mit drei scharfen Kurven einfach genial. 900 Meter Streckenlänge sind auch nicht zu verachten.

Jetzt heisst es vorwärts schauen und den Elan vom Wallis mit nach Rossau, an die Schweizermeisterschaft, mitnehmen. Wir sind bereit!

2014-06-30 06:44 von Gregor A. Ambühl